Die im Abschnitt Umwelt- und Klimaschutz bereits erwähnte Oxford-Studie aus dem Jahr 2018, bei der die Auswirkungen von drei verschiedenen Ernährungsweisen (Mischkost gemäß Empfehlungen der WHO, vegetarisch und vegan) auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die Wirtschaft bis zum Jahr 2050 untersucht wurden, kam zu dem eindeutigen Schluss, dass die vegane Ernährung in allen drei Bereichen mit Abstand den positivsten Beitrag leisten kann. Wer sich selbst und die eigene Familie gesund ernähren möchte, der fortschreitenden Umweltzerstörung, der Klimakrise und dem Welthunger aktiv entgegenwirken will, Wert auf ethisch vertretbaren Konsum legt und den Nachwuchs authentisch zu kritischem Denken und verantwortungsbewusstem Handeln motivieren möchte, kommt an der pflanzlichen Ernährung also nicht vorbei.

 

Die Fakten sind eindeutig und wer sie bewusst ignoriert, anstatt daraus Schlüsse für das eigene Handeln zu ziehen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich gleichgültig zu verhalten. Und Gleichgültigkeit gegenüber so wichtigen Aspekten wie der Ernährung, Gesundheit und Zukunft der eigenen Kinder sollte für Eltern eigentlich keine Option sein.


Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass immer weniger Menschen es für normal, natürlich oder notwendig halten, Tiere und tierische Produkte zu essen: Während sich laut der „Nationalen Verzehrstudie II“ des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel 2008 weniger als 80.000 Menschen in Deutschland vegan ernährten, lag diese Zahl nach Angaben von ProVeg 2020 bereits bei rund 1,3 Millionen. Die Pandemie hat die Entwicklung hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung beschleunigt und so hat sich laut dem im Mai 2021 veröffentlichten Ernährungsreport 2021 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die Zahl der Vegetarier*innen und Veganer*innen in Deutschland allein seit Beginn der Corona-Pandemie verdoppelt. Vor allem unter jungen Menschen steigt das Bewusstsein für die Umwelt- und Klimaproblematik (was auch die „Fridays for Future“-Bewegung widerspiegelt) und sie treiben auch den immer stärker spürbaren Paradigmenwechsel in Bezug auf das Mensch-Tier-Verhältnis voran: Gemäß dem Fleischatlas 2021 ist die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, etwa doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

 

Immer mehr (werdende) Eltern entscheiden sich dafür, pflanzlich(er) zu leben und ihre Kinder entsprechend zu erziehen, weil sie das Gefühl haben, der mit ihrer Rolle als Ernährer*in und Erzieher*in verbundenen Verantwortung nicht gerecht werden zu können, wenn sie die Auswirkungen einer tierbasierten Ernährung einfach ausblenden. Und auch Kinder aus Familien, in denen der Konsum von Fleisch etc. (noch) nicht hinterfragt wird, treffen heute sehr häufig schon in der Kita oder in Spielgruppen auf Gleichaltrige aus vegetarischen oder veganen Familien und wachsen so in dem Bewusstsein auf, dass eine andere Ernährungs- und Lebensweise sehr wohl möglich ist.

 

Es liegt in unserem ureigensten Interesse als Eltern, Teil der Lösung statt des Problems zu sein. In diesem Sinne sollten wir uns bewusst machen, dass wir durch unser Konsumverhalten die Nachfrage und somit das Angebot bestimmen und tagtäglich zum Ausdruck bringen, welche Zukunft wir uns für uns und unsere Kinder wünschen.