„Wie ist zu erklären, dass unsere Gesellschaft ihre Hunde hätschelt und als treueste Freunde des Menschen niemals essen würde, aber Schweine, die uns in ihrem genetischen Bauplan und ihrer Intelligenz viel ähnlicher sind, erbarmungslos und ohne Reue leiden lässt und verspeist? […]
Wie kann es eigentlich sein, dass unsere Gesellschaft den Widerspruch zum System gemacht hat? Dass Logik und Moral uns von klein auf mit geschenkten Fleischwurstzipfeln an der Metzgertheke ausgetrieben werden und wir dank lustigem Bärchenaufschnitt und undefinierbarer Bolognesesauce auf einmal so angefixt sind, dass wir irgendwann meinen, ohne diese fleischlichen Genüsse nicht mehr leben zu können und willig nach Rechtfertigungskonstrukten greifen, um den Widerspruch auszuhalten?“

Jasmin Hekmati, Fernsehmoderatorin und Journalistin, in „Das vegane Familienkochbuch. Gesunde Lieblingsgerichte für Groß & Klein“

 

Der Durchschnittsdeutsche verspeist im Laufe seines Lebens fast 1.100 Tiere (Fische und andere Meerestiere nicht eingerechnet!), darunter 4 Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner. 

Nahezu alle diese Tiere haben vor ihrem Tod nichts anderes als Leid erfahren, denn wie bereits erwähnt verbringen rund 98 Prozent der in Deutschland zum Verzehr gehaltenen Tiere ihr kurzes Leben in der Massentierhaltung. Die hohe Nachfrage macht Massentierhaltung erforderlich, jeder Fleischkonsument trägt also direkte Mitverantwortung. Und wer sich mit Bio-Fleisch ein „gutes Gewissen“ erkaufen möchte, sollte sich bewusst machen, dass sich die Bio-Haltung in vielen Fällen nicht wesentlich von der Haltung in konventionellen Betrieben unterscheidet und auch viele Bio-Betriebe heute Massenbetriebe sind.

 

Vor allem aber werden auch die wenigen Tiere, denen ein erträgliches Leben gegönnt war, nicht zu Tode gestreichelt, sondern enden zumeist in den gleichen Schlachthöfen wie Tiere aus konventionellen Betrieben. Die Schlachtung an sich ist ein Gewaltakt und wirft die grundlegenden Fragen auf, woher wir das Recht nehmen und wie wir es moralisch rechtfertigen können, leidensfähige Lebewesen für den menschlichen Konsum zu töten (bzw. töten zu lassen) – und das, obwohl keinerlei Notwendigkeit dazu besteht und schwerwiegende negative Auswirkungen damit verbunden sind.

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„Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren. Nur von toten.“ 
Karen Duve in „Anständig essen: Ein Selbstversuch“, 2010
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Doch nicht nur die Produktion von Fleisch und Fisch, sondern auch die Erzeugung von Produkten von lebenden Tieren, die als Nutztiere gehalten werden, ist ganz unabhängig von der Haltungsform nicht ohne Leiden denkbar und bedingt zwangsläufig den gewaltsamen Tod der Tiere.


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„So gesehen ist die vegetarische Ernährung äußerst unbefriedigend, wenn es einem darum geht, Tierleid zu vermeiden. Von ihren Müttern getrennte, gemästete und geschlachtete Kälber, gemuste Eintagshahnenküken sowie frühzeitig ausgelaugte und geschlachtete Legehennen und Milchkühe sind die Kollateralschäden der vegetarischen Küche.“
Andreas Grabolle in „Kein Fleisch macht glücklich“, 2012
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Im Online-Zeitalter sind Informationen darüber, was es mit Begriffen wie Turbokühe, Kälber als Wegwerfprodukte der Milchindustrie oder Kükenschreddern auf sich hat, jederzeit zugänglich. Wer wirklich wissen will, was das durchschnittliche Ernährungs- und Konsumverhalten für dessen direkte Opfer bedeutet, hat es heute leichter denn je, sich zu informieren.

In Bezug auf das Mensch-Tier-Verhältnis ist ein gesellschaftlicher Wandel spürbar, die mediale Berichterstattung rund um dieses Thema nimmt zu und damit auch das Bewusstsein für die Macht und die Verantwortung, die wir als Konsumenten haben – insbesondere dann, wenn wir auch Ernährungs- und Konsumentscheidungen für andere treffen müssen. Kinder sind davon abhängig, dass wir in ihrem Sinne handeln. Es liegt an uns als Eltern, Entscheidungen zu treffen, die wir verantworten und vor unseren Kindern rechtfertigen können, wenn diese älter werden und anfangen, Fragen zu stellen und Antworten einzufordern.

 

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