Nichts wird die Gesundheit der Menschen und die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.

 

Albert Einstein 

 

 

Heute kann niemand mehr bestreiten, dass eine abwechslungsreiche fleischfreie Ernährung sehr viel gesünder ist als die westliche Durchschnittskost mit Fleisch. In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass viele Zivilisationskrankheiten, wie z. B. Übergewicht, Diabetes, Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Krebs, durch den Konsum von Fleisch begünstigt werden; es überrascht daher nicht, dass Vegetariern auch eine höhere Lebenserwartung bescheinigt wird. Typische Mythen rund um den Vegetarismus, die häufig aus dem Dunstkreis der Fleischindustrie stammen, wurden längst als solche entlarvt: So müssen Vegetarier keine Ernährungsexperten sein und komplizierte Berechnungen anstellen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden, sie leiden nicht häufiger unter einem Eisenmangel als Fleischesser und ein Proteinmangel ist bei einer ausreichenden Kalorienzufuhr praktisch unmöglich.

Die American Dietetic Association/ADA (seit 2012: Academy of Nutrition and Dietetics) äußert sich, ähnlich wie andere bedeutende Organisationen (z. B. die British Medical Association und die World Health Organisation/WHO), positiv zur vegetarischen Ernährung und vertritt in einem Positionspapier aus dem Jahr 2009 die Ansicht, dass gut geplante vegetarische Ernährungsformen, einschließlich der veganen Ernährung, gesund und ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht sind, gesundheitliche Vorteile in der Prävention und der Behandlung bestimmter Krankheiten bieten und für Menschen aller Altersstufen und in allen Lebensphasen geeignet sind, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend. Und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung inzwischen auch für Kinder als Dauerkost, nachdem sie sich lange Zeit kritisch dazu geäußert und damit international eine Außenseiterposition vertreten hatte. Eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Kindes- und Jugendalter empfiehlt sie (noch) nicht, in ihrer neuen Stellungnahme vom April 2016 zur veganen Ernährung gibt sie jedoch erstmals Empfehlungen ab, die man beachten sollte, wenn man sich dennoch dafür entscheidet. Dass sich die DGE auch in Bezug auf eine vegane Ernährung der Position der ADA vollends anschließen wird, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wenn man sich die Faktenlage und die immer besser werdende Studienlage ansieht sowie die Entwicklung, die sie in diesem Bereich durchlaufen hat.
Ohne
Zweifel steigt das öffentliche Bewusstsein für das Potenzial der veganen Ernährung und die Rolle, die sie im Rahmen der Gesundheitsbildung einnehmen kann. Dass das Deutsche Kinderhilfswerk dem veganen Starkoch Björn Moschinski 2013 die Schirmherrschaft über seinen Ernährungsfonds verliehen hat, durch den Kinder- und Jugendprojekte rund um die gesunde Ernährung gefördert werden, ist ein gutes Beispiel hierfür. 

Eine  ausgewogene fleischfreie Ernährung ist für Kinder also nicht nur geeignet, sondern empfehlenswert, da sie gesundheitliche Vorteile bietet und bereits in einem frühen Alter ein gesundes Essverhalten fördert. Davon profitiert nicht zuletzt auch die Allgemeinheit, denn die Kosten, die mit der Behandlung von Zivilisationskrankheiten in Verbindung stehen, die durch den Fleischkonsum verursacht oder begünstigt wurden, gehen zulasten der Steuerzahler.

Wie sieht es nun aber mit der so verbreiteten fleischhaltigen Kost aus? Angesichts der Lebensmittelskandale der Vergangenheit, der Realitäten der Fleischproduktion und der Studienlage drängt sich die Frage auf, ob es rein unter dem gesundheitlichen Aspekt überhaupt zu verantworten ist, Kinder mit Fleisch zu ernähren. Spätestens seit dem Oktober 2015, als die WHO nach Auswertung von mehr als 800 Studien rotes Fleisch als „wahrscheinlich krebserregend“ und verarbeitetes Fleisch (wie etwa Wurst) als „krebserregend“ einstufte, dürfte jedem bekannt sein, wie gesundheitsschädlich der Konsum von Fleisch ganz generell sein kann. Hinzu kommt, dass rund 98 % des in Deutschland konsumierten Fleisches aus der Massentierhaltung stammt, hier werden mit jedem Bissen Fleisch also auch noch Rückstände von Antibiotika (etwa 85 Prozent aller Antibiotika werden in der Veterinärmedizin eingesetzt!), von Beruhigungsmitteln, Psychopharmaka und anderen Substanzen aufgenommen, die in der industriellen Tierhaltung massenweise zum Einsatz kommen. Diese Rückstände sammeln sich über die Jahre im Körper derjenigen an, die diese Tiere konsumieren, was auch erklärt, warum die Muttermilch von langjährigen Vegetarierinnen nachweislich deutlich weniger schadstoffbelastet ist. Auch bei der Bio-Haltung sind z. B. Antibiotika in einem gewissen Maß zugelassen und selbst schadstofffreies Fleisch (das es in der Realität kaum gibt) enthält keinerlei Nährstoffe, die nicht auch bei einer ausgewogenen fleischfreien Ernährung problemlos zugeführt werden, sowie immer auch potenziell gesundheitsgefährdende Substanzen, wie z. B. gesättigte Fettsäuren und Cholesterin.

 

Wir als Eltern tragen die Verantwortung für die Ernährung unserer Kinder und sollten uns darüber im Klaren sein, dass der Grundstein für ein gesundes Essverhalten im Kindesalter gelegt wird. Wer heute noch die Auffassung vertritt, dass Fleisch ein Stück Lebenskraft ist, weiß es entweder nicht besser, ist also schlichtweg nicht informiert, oder zieht einen Nutzen daraus, dass diese Behauptung unkritisch übernommen wird. Wissen ist Macht und nur wer über die notwendigen Informationen verfügt, kann fundierte Ernährungsentscheidungen treffen.


Gesundheits- und Ernährungsinformationen sowie Rezepte gibt es zum Beispiel hier:

 

 

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