„Alles was direkt vom Feld kommt, hat Zukunft. Wir können die Menschheit nicht mit lauter Produkten ernähren, die über das Tier gehen. Das ist eine wahnsinnige Verschwendung von Energie und Rohstoffen und belastet die Umwelt. [...]

Der Trend ins Vegetarische ist unaufhaltsam. Vielleicht isst in hundert Jahren kein Mensch mehr Fleisch.“

 

Helmut Maucher, Generaldirektor von Nestlé von 1990 bis 1997,
in „Die Wirtschaftswoche“, 1994

 

 

Der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fleisch, der Zerstörung der Umwelt und dem fortschreitenden Klimawandel ist inzwischen hinreichend bekannt. Die FAO, die Ernährungsorganisation der UN, führt 18 % der Treibhausgasemissionen auf die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zurück, das unabhängige amerikanische Worldwatch Institute sogar über 50 %. Fest steht: Diese Industrien tragen mehr zum Klimawandel bei als der gesamte globale Verkehr, der für 13,5 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.

 

 

In der Massentierhaltung zum Einsatz kommende Substanzen wie z. B. Antibiotika, zur Futterbehandlung eingesetzte Pestizide sowie in den Ausscheidungen der so genannten Nutztiere enthaltene Schadstoffe (Ammoniak etc.) vergiften die Böden und verpesten das Grundwasser. So ist die Massentierhaltung heute hauptverantwortlich für das Waldsterben und gilt als eine der Hauptursachen für die Wasserverschmutzung. Die zunehmende Antibiotika-Resistenz beim Menschen beispielsweise wird zu einem großen Teil auf die Verunreinigung von Trinkwasser mit Rückständen von Antibiotika zurückgeführt. Massentierhaltungsbetriebe sind Brutstätten für multiresistente Keime, die eine große Gefahr für den Menschen darstellen.

Auch der Regenwald am Amazonas fällt der vor allem in den Industrieländern vorherrschenden Fleischgier zum Opfer: Jedes Jahr wird eine Fläche gerodet, die der Größe Englands entspricht. Etwa 70 % dieser entwaldeten Flächen werden in Weideflächen für „Nutz“tiere umgewandelt und ein großer Teil des Rests wird zum Anbau von Sojapflanzen genutzt, die zur Fleischproduktion gezüchteten Tieren als Futter dienen. Nur ein verschwindend geringer Anteil des in Brasilien angebauten Sojas ist direkt für den menschlichen Verzehr gedacht. Doch hier geht es nicht nur um eine gigantische Verschwendung von Ressourcen: Die fortschreitende Vernichtung des Regenwaldes ist für 17 % der globalen Treibhausgase verantwortlich und führt zudem zur Auslöschung unzähliger Pflanzen- und Tierarten.

Fleischkonsum und Umwelt- sowie Klimaschutz vertragen sich also nicht.
 
Das Ökosystem Meer leidet unter der Gier nach Fleisch genauso wie das Ökosystem Erde: Die Meere sind überfischt, ihr ökologisches Gleichgewicht ist gefährdet und viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Fischerei mit modernen Technologien wird von einigen Kritikern für die zerstörerischste Aktivität gehalten, die zurzeit auf unserer Erde stattfindet. So hat beispielsweise die weit verbreitete Schleppnetzfischerei, bei der ein sehr großer Teil des Fanges als unverwertbarer Beifang tot oder sterbend zurück ins Wasser geworfen wird (über 90 % bei der Garnelenfischerei mit Schleppnetzen), katastrophale ökologische Auswirkungen. Zudem sind der Fischfang und die Massentierhaltung an Land zwei Seiten der gleichen Medaille: Ein erheblicher Teil der Fischfangausbeute landet nicht als Fischfleisch, sondern als Rindfleisch, Schweinefleisch etc. auf den Tellern von Fleischkonsumenten, denn an die 40 % der gesamten Fangmenge wird als Tierfutter verwendet, dient also dazu, Tiere in Massentierhaltungsbetrieben (u. a. auch in Aquakulturen gezüchtete Fische) schlachtreif zu mästen.

 

Um die globale Nachfrage nach Fischfleisch zu befriedigen, reicht die klassische Fischerei jedoch nicht aus. Heute stammt jeder zweite Fisch, der für den menschlichen Verzehr getötet wird, aus der Aquakultur, die nichts anderes ist als Massentierhaltung unter Wasser und enorme Risiken für die Umwelt mit sich bringt. Da Fische und andere aquatische Lebewesen in Aquakulturen hauptsächlich mit Wildfischen gefüttert werden, tragen Aquakulturen zudem direkt zur Überfischung und Ausbeutung der Weltmeere bei.

 

 

Dass eine auf tierischen Produkten basierende Ernährung keine Zukunft hat, ist offensichtlich. Verdoppelt sich der Fleisch- und Milchkonsum zwischen 2000 und 2050 wie prognostiziert, bedeutet das die Zerstörung des Ökosystems Erde. Daran würde auch ein kompletter Umstieg auf regionale und/oder ökologisch erzeugte Produkte nicht viel ändern: Selbst Fleischesser, die ausschließlich regionale Bio-Lebensmittel kaufen, weisen eine weitaus schlechtere Klimabilanz als Vegetarier und insbesondere Veganer auf.

 

Datenbasis: Durchschnittsverbrauch einzelner Lebensmittel in Deutschland 2002 nach Euro­stat; Kilometerberechnung anhand eines BMW Modell 118d bei 119 g CO2 pro km
Datenbasis: Durchschnittsverbrauch einzelner Lebensmittel in Deutschland 2002 nach Euro­stat; Kilometerberechnung anhand eines BMW Modell 118d bei 119 g CO2 pro km

 

Je pflanzenbasierter die Ernährung, desto besser die Umwelt- und Klimabilanz.

 

Fleischkonsum ist alles andere als Privatsache, vor allem auch deshalb, weil die vielfältigen negativen Auswirkungen der Fleischproduktion auf die Umwelt und das Klima jeden Einzelnen betreffen und unser aller Zukunft gefährden.

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Und wenn man dann die Fleischesser nach ihren Gründen fragt,
dann bleibt am Ende immer nur übrig:

,Weil’s halt so lecker ist.‘
Wollen wir unseren Enkelkindern in 40 Jahren auf die Frage,
warum wir die Erde aufgefressen haben, sagen:
,Weil’s halt so lecker war?‘“
Hagen Rether, Kabarettist
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Insbesondere uns als Eltern sollte es ein persönliches Anliegen sein, unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Sich selbst und seine Familie vegetarisch zu ernähren ist die einfachste und effektivste Art, Tag für Tag nachhaltig Umwelt- und Klimaschutz zu betreiben.

COWSPIRACY
(Englisch mit deutscher Synchronisation)

 

 

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